Karl May.

Die Sklavenkarawane





Warum zieht er dorthin?

Weil er dort einige D?rfer der Mundo ?berfallen will.

Und wann wird er dort eintreffen?

?bermorgen. Wenn ihr euch sputet, k?nnt ihr einen Tag sp?ter auch dort sein.

Wie lautet dein Name?

Amar Ben Suba.

Schwarz sah ihm scharf in das Gesicht. Der Mann hielt diesen forschenden Blick l?chelnd aus. Seine Z?ge waren die eines k?hnen Mannes, aber nicht vertrauenerweckend.

Sagst du die Wahrheit? fragte Schwarz.

Ja. Warum sollte ich l?gen!

Und doch l?gest du!

Da zog der Mann ein Pistol aus seinem G?rtel und antwortete drohend:

Sage das ja nicht zum zweitenmal, sonst schie? ich dich nieder! Ich la? mich nicht beleidigen!

Wenn er der Meinung gewesen war, dem Deutschen zu imponieren, so hatte er sich geirrt. Dieser schlug ihm die Waffe aus der Rechten, ri? ihm die Flinte aus der Linken, holte mit derselben aus und versetzte ihm einen Kolbenhieb gegen den Kopf, da? der Getroffene zu Boden st?rzte. Einige Augenblicke sp?ter war derselbe entwaffnet und gebunden. Der Hieb hatte ihm f?r kurze Zeit die Besinnung geraubt. Als er wieder zu sich kam und sich gefesselt sah, rief er aus:

So behandelt ihr den Boten und Vertrauten eures Vorgesetzten? Abd el Mot wird das zu bestrafen wissen!

Schweig! Wir lachen deiner Drohung, antwortete Schwarz. Du bist ein L?gner und als solcher behandelt worden. Du kommst nicht von Abd el Mot.

So hast du mich gar nicht verstanden?

Ich verstehe dich besser als du ahnst und denkst. Du nennst dich Amar Ben Suba und hei?est doch anders. Wir kennen dich, du bist Dauwari, der Agent der Sklavenj?ger.

Du irrst dich. Ich bin kein andrer als derjenige, f?r den ich mich ausgegeben habe.

Herr, glaube ihm nicht! bemerkte Wahafi. Er ist Dauwari; ich kenne ihn genau.

Der Gefesselte warf einen zornigen Blick auf den Sprecher und antwortete:

Wer bist du, da? du mich kennen willst und es wagst, mich L?gen zu strafen? Sobald ich frei bin, werde ich dir diese Beleidigung mit dem Messer heimgeben!

Er sah ganz so aus, als ob er der Mann sei, diese Drohung wahr zu machen. Schwarz fuhr ihn zornig an:

Wahre deine Zunge! Ich wei?, wer du bist und was du willst, und habe keine Lust, deine Grobheiten anzuh?ren.

Nichts wei?t du! Es ist alles genau so, wie ich gesagt habe, und wenn ihr dem Befehle, welchen ich euch ?berbracht habe, nicht Gehorsam leistet, so habt ihr es mit Abd el Mot zu thun.

Du meinst mit Abu el Mot!

Nein; mich sendet Abd el Mot.

So! Wann hat er denn den vorigen Boten geschickt?

Das wei? ich nicht; er hat nicht davon gesprochen. Hat er euch schon einen Mann gesandt?

Ja. K?mst du wirklich von ihm, so w?rde er dir gesagt haben, da? er tags vorher eine ganz andre Weisung abgehen lie?. Wo hast du ihn denn getroffen?

In Ombula.

Dort ist er gar nicht mehr.

Er ist noch dort!

Nein.

Du selbst wirst es noch eingestehen.

Ich kann nichts eingestehen, sondern nur best?tigen, was ich bereits gesagt habe.

Nun, ich werde dir beweisen, da? ich meiner Sache sicher bin. Du wirst jetzt die Bastonnade bekommen, so viele Schl?ge auf die Fu?sohlen, bis du die Wahrheit bekennst.

Das wage nicht! Meine Rache w?rde schrecklich sein!

Wurm, du wagst es, mir zu drohen? Das ist eine Frechheit, auf welche die sofortige Strafe zu folgen hat. Wer von euch versteht es, die Bastonnade zu geben?

Auf diese Frage meldeten sich gleich mehr als zwanzig der umstehenden M?nner. Es wurde ein starker Ast aus dem Gestr?uch geschnitten. Dauwari lag auf dem R?cken; einer setzte sich ihm auf den Leib; dann richtete man seine F??e aufw?rts und band sie an den Ast, den zwei M?nner hielten; ein andrer holte einige fingerstarke Ruten aus den B?schen und hieb auf die entbl??ten Fu?sohlen los.

Der Gez?chtigte bi? die Z?hne zusammen; er wollte den Schmerz beherrschen und keinen Laut von sich geben, brachte das aber nicht fertig. Schon beim dritten oder vierten Schlage schrie er laut auf; aus dem Schreien wurde ein tierisches Gebr?ll, und dann bat er:

Haltet auf; la?t mich los! Ich will alles gestehen; ich will die Wahrheit sagen.

Schwarz winkte, einzuhalten, und antwortete:

Du erkennst, da? es mir nicht einf?llt, mich von dir t?uschen und mir dazu gar noch Grobheiten sagen zu lassen. Beantworte also meine Fragen aufrichtig, sonst wirst du geschlagen, bis man die Knochen sieht! Du warst nicht in Ombula bei Abd el Mot?

Nein, st?hnte der Gefragte.

Sondern du trafst Abu el Mot und seine Homr-Araber unterwegs?

Ja.

Er sandte dich mit dem Auftrage, welchen du ausgerichtet hast, hierher?

So ist es.

Zu welchem Zwecke? Was beabsichtigt er?

Dauwari z?gerte mit der Antwort; darum fuhr Schwarz fort:

Besinne dich nicht und antworte schnell, sonst fahren wir mit der Bastonnade fort! Ich wei? auch ohne da? du es mir sagst, um was es sich handelt. Abu el Mot will uns in eine Falle locken. Ist es so oder nicht?

Der Gefragte schwieg noch immer und hielt die Augen mit grimmigem Ausdrucke auf den Deutschen gerichtet. Wie gern h?tte er diesen und diejenigen, welche ihn jetzt z?chtigten, in das Verderben gef?hrt; aber der Sudanese, welcher die Streiche gab, versetzte ihm zwei so kr?ftige Hiebe, da? er, vor Schmerz br?llend, gestand:

Haltet ein, haltet ein! Ja, es ist so. Ihr sollt nach der Schlucht es Suwar gelockt und dort vernichtet werden.

Von wem? Abu el Mot hat doch nur wenige M?nner bei sich. Will er zu Abd el Mot, um diesen und die Sklavenj?ger nach der Schlucht zu f?hren?

Ja.

Aber er wei?, da? er selbst dann zu schwach gegen uns ist. Er mu? sich also um noch andre Hilfe k?mmern. Ich vermute darum, da? er einen seiner Homr ausgesandt hat, um Verb?ndete zu holen; da er aber unter den Negern keine solchen findet, so hat er nach irgend einer Seribah geschickt. Gestehe es!

Dauwari z?gerte abermals; als er aber sah, da? der Sudanese zum Hiebe ausholte, rief er:

Halt, ich antworte ja! Herr, du hast richtig geraten. Allah hat dich mit gro?em Scharfsinne begabt. Abu el Mot hat zwei Homr nach der Seribah Ulambo gesandt, deren Besitzer sein Freund ist.

Gut! Ich rate dir, klug zu sein. Du befindest dich in meiner Gewalt und wirst erkennen, da? ich nicht scherze. Du kamst als Verr?ter zu uns und hast also den Tod verdient. Dieser ist dir gewi?, wenn du bei deinem feindseligen Verhalten verharrst. Gibst du aber alle Hintergedanken auf, so wird dir nichts weiter geschehen und ich lasse dich sp?ter laufen.

Ist das wahr? fragte Dauwari schnell.

Ja; ich l?ge nicht wie du.

Schw?re es mir!

Ich bin ein Christ und schw?re nie. Mein Wort ist so gut wie zehn Schw?re. Hat Abu el Mot sich etwa auf die Nuehrs verlassen, welche in unsre H?nde gefallen sind?

Ja. Da du mir die Freiheit versprichst, will ich dir die volle Wahrheit gestehen. Abu el Mot vermutet, da? du die Nuehrs ?berredet hast, es mit dir zu halten. Ich soll unterwegs heimlich mit ihnen reden und ihnen alles versprechen, was sie nur w?nschen k?nnen, damit sie von dir abfallen und sich mit gegen dich wenden.

Das ist nicht ?bel ausgedacht; nur hat er und hast auch du vergessen, bei eurer Berechnung zu ber?cksichtigen, da? ihr es mit Abendl?ndern und nicht mit dummen Negern zu thun habt. Wir h?tten dir nur scheinbar vertraut und w?ren sehr bald hinter deine Schliche gekommen. Den Beweis dazu habe ich dir bereits geliefert und du hast ihn gef?hlt. Also unterwegs solltest du mit den Nuehrs sprechen? Was verstehst du unter ,unterwegs? Wie hat Abu el Mot sich diesen Weg gedacht?

Ich sollte euch ?berreden, die Schiffe einstweilen zur?ckzulassen und zu Lande nach der Schlucht zu marschieren.

Das w?re ein Marsch von zwei Tagen, w?hrend welcher Zeit allerdings sehr viel gegen uns geschehen k?nnte. Ich wei? genug und will nicht weiter in dich dringen. Du wirst gefesselt bleiben, bis die Zeit gekommen ist, da? du mir nicht mehr schaden kannst und dann gebe ich dir die Freiheit. Die Streiche, welche du erhalten hast, sind mehr als wohlverdient. Mein ferneres Verhalten gegen dich werde ich nach dem deinigen richten. Das merke dir!

Dauwari wurde zur Seite geschafft, wo er allein lag und mit niemand sprechen konnte. Dann traten die beiden Deutschen mit dem Vater der H?lfte, Wahafi, Hasab Murat und den andern ihnen treu Ergebenen zu einer kurzen Beratung zusammen.

Es stellte sich heraus, da? sowohl Wahafi als auch der Sohn der Treue und Abd es Sirr die Gutaberge und die Schlucht es Suwar sehr gut kannten. Suwar ist der Plural von Sure; das W?rtchen es ist der Artikel. Die Schlucht es Suwar hei?t also zu deutsch die Schlucht der Suren, der Korankapitel. Wahafi erkl?rte diesen Namen folgenderma?en:

In dieser Schlucht wohnte einst ein frommer Prediger des Islam, welcher die Schwarzen zu Allah bekehren wollte, diese aber wollten ihn nicht h?ren und erschlugen ihn. Noch sterbend verfluchte er den Ort seines Todes, und darauf gingen alle B?ume ein, welche in der Schlucht standen. Das Wasser versiechte; kein Tropfen Taues fiel vom Himmel, und die Tiere flohen die traurige St?tte, bis ein andrer Imam kam, welcher den Fluch von dem Orte nahm. Er pflanzte so viel Talebpalmen, wie der Koran Suren hat, also einhundertundvierzehn, und sprach bei einer jeden das Hamdulillah issaijid eddinji, und siehe da, sie wuchsen und gediehen. Nun ist der Ort ein heiliger, und wenn Abu el Mot uns dort vernichten will, so ist sein Beginnen eine doppelt str?fliche S?nde. Allah wird ihn daf?r in unsre H?nde liefern.

Bist du hiervon so sehr ?berzeugt? fragte Schwarz.

Ja. Er kann uns nicht entgehen. Wir werden, was er gar nicht ahnt, eher dort sein als er. Wir werden nicht den Landweg einschlagen, sondern zu Schiffe hingelangen.

Meinst du, da? dies schneller geht? Zu Lande k?nnen wir die gerade Richtung einschlagen; zu Wasser aber m?ssen wir jeder Kr?mmung des Niles folgen. Und bedenke, da? wir aufw?rts, also gegen den Strom zu fahren haben.

Das ist wahr, aber habt ihr nicht bisher auch schon Ruderer vorgespannt? Ich habt mehr als genug Leute, um abwechseln zu k?nnen. Ihr k?nnt Tag und Nacht fahren; schlagt ihr aber den Landweg ein, so m??t ihr ruhen und schlafen und die kostbare Zeit verlieren. Au?erdem erwartet Abu el Mot, da? sein Plan gelingt; er vermutet nicht, da? ihr auf dem Nile kommt, und wird seine Aufmerksamkeit also in eine falsche Richtung lenken. Ich rate euch, sofort aufzubrechen. Abd es Sirr und Ben Wafa kennen den Strom genau und werden euch als Piloten dienen. Ich aber kehre sofort zur?ck, um den K?nig zu benachrichtigen. Der Ort, an welchem er mit seinen K?hnen und Leuten liegt, beherrscht die Seribah Ulambo, von welcher Abu el Mot Hilfe erwartet. Sollten die dortigen Menschenj?ger sein Begehr erf?llen und ihm zu Hilfe eilen, so werden wir uns ihnen in den Weg stellen.

Wir k?nnen nicht sofort aufbrechen, da wir die Krieger unsres Vaters der H?lfte erwarten m?ssen.

Die werden hier sein, bevor eine Stunde vergangen ist, antwortete der genannte H?uptling.

Aber sie sind beritten und m??ten doch mit uns in die Schiffe!

So lassen sie ihre Tiere hier. Ihr k?nnt ja eure Herde auch nicht mitnehmen und m??t sie einer Anzahl von Leuten anvertrauen, welche hier warten m?ssen, bis wir zur?ckkehren. Da, blicke hinaus gegen die Ebene! Siehst du den langen Reiterzug? Das sind meine M?nner; du brauchst also nicht einmal die angegebene Stunde auf sie zu warten.

So ist ja alles recht, und ich werde also nach meinem Boote gehen, damit ich keine Zeit verliere, meinte Wahafi. Morgen abend werdet ihr uns erreichen, und ?bermorgen fr?h k?nnen wir uns in der Schlucht es Suwar befinden. Wir kamen hieher, um uns im Maijeh ein Wild zu schie?en und dann weiter zu fahren. Beides ist unn?tig geworden, da wir vom Fleische des Elefanten nehmen und die R?ckkehr antreten k?nnen. Allah begleite euch und halte jeden Unfall von euch fern!

Er ging so schnell davon, als ob er einen Einspruch gegen seine Vorschl?ge f?r h?chst ?berfl?ssig halte, und die andern sahen auch wirklich ein, da? er das beste geraten hatte.

Die jetzt herbeikommenden Krieger waren durch die ihnen entgegengesandten Boten schon von allem benachrichtigt; sie wunderten sich also nicht, anstatt des Feldwebels und seiner wenigen Leute ein Lager zu finden, in welchem es von Menschen wimmelte. Es waren lauter kr?ftige, wilde und wohlbewaffnete Gestalten, die als Kampfgenossen gern willkommen gehei?en wurden.

Am andern Nachmittag, als die Sonne fast den Horizont ber?hrte, erreichte das kleine Geschwader eine Stelle, an welcher sich der Flu? scharf ostw?rts bog und von S?den her ein kleinerer, aber hier doch ziemlich breiter Wasserlauf in denselben m?ndete.

Das ist der Arm, in den wir uns rudern lassen m?ssen, sagte Abd es Sirr, welcher neben Schwarz und Pfotenhauer auf dem vordersten Schiffe stand. Ich kenne ihn und wei? auch die Stelle, an welcher uns der K?nig der Niam-niam erwartet

Noch bevor er eine Antwort erhielt, h?rte man von vornher einen lauten, durchdringenden Schrei, und zugleich sah man ein Boot, welches aus der M?ndung des Nebenflusses herbeigeschossen kam. Diesem ersten folgten mehrere, viele, eine ganze, gro?e Flottille von Kriegsk?hnen. Im vordern stand Wahafi am Steuer, welcher den andern durch den erw?hnten Schrei das Zeichen gegeben hatte, ihm zu folgen.

Die Schiffe hatten guten Wind gehabt und sich also ihrer Segel bedient, waren aber au?erdem auch noch durch Ruderboote gezogen worden. Zu diesen letzteren spannten sich jetzt die K?hne der Niam-niam vor, mit deren Hilfe die Schnelligkeit eine verdoppelte wurde. Das Geschwader fuhr in den Nebenflu? ein und dann noch eine Strecke in demselben aufw?rts, bis auch hier ein noch kleineres Fl??chen von seitw?rts kam, dessen Tiefe und Breite gerade f?r die Dahabi?h gen?gte. In diesen Wasserlauf bugsierte man die Schiffe, welche dann hintereinander Anker warfen.

Dies geschah gerade noch zur rechten Zeit, als die Sonne verschwand und die nur wenige Minuten lange D?mmerung hereinbrach. Das Fl??chen wurde zu beiden Seiten von B?schen eingerahmt, hinter welchem sich ein hoher Sunutwald ausdehnte. Da, wo die Schiffe lagen, waren am linken Ufer die Str?ucher mit derben, scharfen Messern niedergeschlagen worden, um Raum f?r einen Lagerplatz zu gewinnen. Die ?ste und Zweige hatte man zum Bau von H?tten verwendet, welche ein gegen den Flu? offenes Viereck bildeten. In der Mitte desselben brannte, obgleich es noch nicht vollst?ndig dunkel war, ein gro?es Feuer. Zwischen diesem und dem Wasser stand ein Kreis von Kriegern, welche unter freudigen Willkommenrufen ihre Waffen schwangen. Sie hatten sich um eine Art Podium, eine aus Erde und Zweigen errichtete Erh?hung gruppiert, auf welcher ein Mann sa?, der in jeder Hand etwas hielt. Welche zwei Gegenst?nde das waren, konnte man nicht erkennen.

Das ist der K?nig der Niam-niam, erkl?rte Pfotenhauer, zu Schwarz gewendet. Er liebt es, Fremde wie auf einem Throne sitzend zu empfangen.

Und was hat er in der Hand?

Das Scepter und den Reichsapfel.

Alle Wetter! Also ganz wie der K?nig auf einer deutschen Skatkarte.

Ja. Er hat von irgend wem erfahren, da? europ?ische Herrscher diese Gegenst?nde als Insignien ihrer Macht und W?rde besitzen, und sich infolgedessen auch Scepter und Reichsapfel anfertigen lassen. Bei Audienzen h?lt er beides in den H?nden. Lassen Sie uns aussteigen; er erwartet uns.

Wie habe ich ihn zu gr??en, ohne mich zu erniedrigen und ihn zu beleidigen?

Wie einen biedern Deutschen. Thun Sie ganz so, wie ich es mache, und haben Sie keine Sorge. Er spricht leidlich arabisch, so da? die Unterhaltung Ihnen keine Schwierigkeit bereiten wird.

Sie gingen ?ber das vom Bord nach dem Ufer gelegte Brett aufs Land, und ihre gew?hnlichen Begleiter folgten ihnen. Sie schritten voran; hinter ihnen kam Hasab Murat mit dem Vater der H?lfte, dann der Vater der elf Haare mit dem Hadschi und nachher der Sohn derTreue neben dem Sohne des Geheimnisses. Die andern mu?ten noch an Bord bleiben, nur die Niam-niam hatten ihre Boote an das Land gelegt und waren ausgestiegen; sie bildeten eine ebenso zahlreiche wie malerische Ehrengarde, welche von Wahafi angef?hrt wurde.

Als der Zug den Thron erreicht hatte, schlossen die Niamniam einen Kreis um denselben, und die andern erstiegen die vier Stufen, welche hinauf f?hrten. Oben angekommen, trat Pfotenhauer ohne alle Umst?nde auf den K?nig zu, streckte ihm die Rechte entgegen und sagte:

Massik bilchair ja malik; kif chatrak guten Abend, o K?nig; wie geht es dir?

Der K?nig legte das Scepter zur Seite, ergriff und sch?ttelte die ihm dargereichte Hand und antwortete in gem?tlichem Tone:

Ilhamdilla bchair; wint kif halak Gott sei Dank, gut; und du, wie geht es dir?

Banzahrak fi chair kamahn; bischkur afdalak unter deinen Blicken auch gut; ich danke! antwortete Pfotenhauer und f?gte dann hinzu, indem er auf Schwarz deutete: Hier bringe ich dir meinen Freund, den ich deiner Liebe empfehle. Er ist der Bruder Aswads, mit welchem ich dich verlie?.

Wahafi hat mir schon von ihm erz?hlt. Er sieht seinem Bruder ?hnlich und wird, wie ich h?rte, Abu l arba ijun, Vater der vier Augen genannt. Er ist mir herzlich willkommen.

Nun legte er, indem er die Hand Pfotenhauers noch immer fest hielt, auch den Reichsapfel weg und reichte Schwarz die jetzt frei gewordene linke Hand. Das Sch?tteln begann von neuem, und dabei sagte der gem?tliche Herrscher, indem er dem Slowaken und dessen Freunde zunickte:

Jedenfalls ist das der Vater der elf Haare mit dem Vater des Gel?chters. Wahafi hat auch diese zwei erw?hnt und

Er kam nicht weiter, denn der Vater des Gel?chters trat rasch vor und sagte:

Verzeihe, o K?nig! Man nennt mich zwar so, wie du gesagt hast, aber ich gestatte das nur meinen intimen Freunden. Ich bin n?mlich Hadschi Ali Ben Hadschi Ishak al Faresi Ibn Hadschi Otaiba Abu lOscher Ben Hadschi Marwan Omar el Gandesi Hafid Jacub Abdallah el Sandschaki!

Schon gut, schon gut! l?chelte der K?nig. Dieser Name ist f?r meine Zunge zu lang, und da ich mich auch als deinen intimen Freund betrachte, so werde ich dich so nennen wie vorher.

Der Vater der H?lfte und Hasab Murat wurden ihm auch vorgestellt und in derselben freundlichen Weise bewillkommnet. Als nun der n?chstliegenden H?flichkeit Gen?ge geschehen war, hielt er es f?r erlaubt, Ben Wafa, seinen Sohn zu begr??en. Er umarmte und k??te ihn herzlich und zog dann auch den Sohn des Geheimnisses an seine Brust. Das geschah ganz so, wie ein deutscher Vater es mit seinem Kinde und dessen Freunde gethan h?tte. Die Liebe zu dem Sohne und das aufrichtige Wohlwollen f?r die Fremden lagen so deutlich in seinen Z?gen, da? der Eindruck seines Verhaltens ein au?erordentlich gewinnender war.

Sein Gesicht war rund und voll, die Farbe desselben dunkelbraun. Seine breite, nicht zu hohe Gestalt stak in einem einfachen schlafrock?hnlichen Gewande, um welches ein S?bel geg?rtet war; eine andre Waffe trug er jetzt nicht. Den einzigen Schmuck bildete sein Haar, welches in viele d?nne Z?pfchen geflochten war, welche, nach oben gerichtet, eine Art Trichter bildeten, auf dessen Spitze ein ausgestopfter Prachtfinke befestigt war.

Der Sitz des Thrones nahm drei Seiten desselben ein und hatte Platz f?r mehrere Personen. Schwarz und Pfotenhauer mu?ten sich zu beiden Seiten des K?nigs setzen, und die andern lie?en sich rechts und links von ihnen nieder. Nun mu?ten die beiden ersteren erz?hlen. Der K?nig h?rte ihnen aufmerksam und schweigend zu und sagte, als er alles erfahren hatte, zu Schwarz:

Hoffentlich lebt dein Bruder noch und der Elefantenj?ger auch. Sollten sie ermordet worden sein, so werden Abu el Mot und Abd el Mot es mit tausend Schmerzen zu bezahlen haben; das verspreche ich dir. Morgen um diese Zeit werden wir wissen, woran wir sind, denn wir erreichen noch vor Anbruch des Tages die Schlucht es Suwar.

So meinst du, da? wir noch w?hrend der Nacht marschieren werden?

Wir gehen nicht, sondern wir fahren. Dieses Fl??chen f?hrt so nahe an die Schlucht, da? wir nur eine halbe Stunde lang durch den Wald zu gehen haben, um sie zu erreichen.

Und wie steht es mit der Seribah Ulambo? Abu el Mot hat zwei Boten um Hilfe dorthin gesandt.

Die Boten sind zur?ck. Sie haben sich dort gar nicht verweilt.

Und welchen Erfolg haben sie gehabt?

Das wei? ich nicht; sie haben es mir nicht sagen wollen.

So hast du mit ihnen gesprochen?

Ja. Wir haben sie ergriffen. Ich wollte sie nicht zur Rede zwingen, sondern lieber eure Ankunft erwarten. Ich habe sie dort hinten an die B?ume binden lassen und zwei W?chter zu ihnen gestellt. Wenn ihr es w?nschet, werde ich sie holen lassen.

Thue das, und zwar sofort!

Es waren noch mehrere Feuer angebrannt worden, um welche sich die Niam-niam jetzt gelagert hatten. Diese Leute waren mit langen, sichelartigen Messern, Bogen und Pfeilen, Lanzen und Tarambisch bewaffnet. Auf den Befehl des K?nigs entfernte sich einer von ihnen, um die beiden Homr und deren W?chter herbeizuholen.

Als sie gebracht wurden, erkannte Schwarz sie sofort. Er sah deutlich, wie sie erschraken, als sie ihn erblickten. Der Vater der elf Haare geriet in zornige Aufregung, drohte ihnen mit den F?usten, verschm?hte aber, sie anzureden, und rief vielmehr Schwarz und Pfotenhauer zu: