Alexander Kontorowitsch.

Der R?uber





Es wird Zeit abzuhauen! Gleich jetzt!

Warte ich muss noch packen!

Was willst du denn packen?! Bist du von allen guten Geistern verlassen? Hast du es noch nicht begriffen? Wir m?ssen hier weg! Z?gig!

Er hat mich fast ?berzeugt. Wenigsten das kann er! Ich wei? nicht, was ich ihm entgegnen soll. Er treibt mich mit seinem Geschrei durch die Wohnung und ich stopfe hektisch in meinen Rucksack, was mir n?tzlich sein k?nnte. Daf?r reicht selbst mein kleinster Rucksack dicke. Eigentlich ist alles um mich herum wichtig und n?tzlich, aber au?erhalb der Wohnung ist es zu gar nichts n?tze. Wer braucht beispielsweise einen Golfschl?ger? Auch wenn er mit dem Autogramm des Vize-Pr?sidenten der Terra Group verziert ist.

Wir schlagen die T?r zu und laufen die Treppe hinunter. Im Hof treffen wir unsren Bekannten Demjan Sluzkij. Er ist wie ich Programmierer und arbeitet in der Nachbarabteilung. Wir sind uns ?u?erlich sehr ?hnlich. Die Kollegen machen Witze dar?ber, dass wir durch die Arbeit schlie?lich alle gleich aussehen werden. Er wohnt im selben Haus und Stockwerk wie Pascha. Der ver?ngstigte Pawel hat ihn als Wache am Auto aufgestellt. Das hat alles seine Richtigkeit, aber was h?tte Demjan gegen die Bewaffneten schon ausrichten k?nnen? Wir laden z?gig unser bisschen Hausrat ins Auto und setzen uns. Im Auto ist es warm, Pascha hatte sogar den Motor laufen lassen. Deshalb war auch die Heizung an.

Ich habe Durst, brummt Sluzkij.

Oben in der Wohnung steht Mineralwasser! Wir sind sicher eine Weile unterwegs.

Los, aber schnell! Lass die Jacke hier, was willst du damit?

Stimmt, sie ist nur im Weg. In der Eile bin ich ins Schwitzen gekommen und deshalb ziehe ich die Jacke nicht an.

Ich st?rze die Treppe hinauf. Der Fahrstuhl, die Wohnungst?r und da auf dem Tisch steht das Mineralwasser!

Ich schnappe mir die Flasche und schlage die T?r zu. Der Fahrstuhl klimpert melodisch.... erstes Stockwerk. Ich laufe zur Treppe. Wow! Eine Schnur ich w?re beinahe kopf?ber die Treppe heruntergebrettert. Ich habe mich hingekauert.

Bumm! Bumm!

aaah! Drau?en Tumult und Schreie. Das Geschrei hallt in der Tiefe des Eingangs wider.

Stopf ihm das Maul!

Trocken krachen zwei weitere Sch?sse.

Die sind erledigt.

?berpr?ft ihre Dokumente. Beutel, Jacken, alles durchsuchen!

Ich dr?cke mich in die Nische. Hier sollten eigentlich Pflanzen stehen, aber daf?r hat das gesammelte Geld nicht gereicht.

Das ist Galperin, hier ist auch ein Foto auf dem F?hrerschein.

Wer ist der andere?

Hatte keine Papiere dabei.

Dann ab nach oben! Hier soll Karasev wohnen. Er steht auch auf der Liste. Drittes Stockwerk, Wohnung 15. Haltet euch nicht zu lange auf.

Ich h?re Schritte und m?chte am liebsten im Stahlbeton versinken. Blo? gut, dass das Licht im Eingang nicht brennt. Dem unbekannten Dieb sei Dank. Aber sie haben vielleicht eine Taschenlampe!

Chef, hier ist die Kennkarte! Das ist Karasev!

Ach, zu dem ist er also gefahren.

Das hat er offenbar geschafft. So ein Mist. Wir sollten uns in der Wohnung umsehen. Wer wei?, was da oben los ist!

Stiefel auf dem Asphalt. Jetzt sind sie am Eingang und gleich suchen sie die Halle mit der Taschenlampe ab. Warum? Wozu brauchen sie hier eine Taschenlampe. Drau?en ist es noch hell. Vielleicht haben sie ?berhaupt keine Taschenlampe. Die Leuchtdioden des Fahrstuhls leuchten immer und sind nicht zu ?bersehen. So war es auch. Die zwei B?sewichter liefen, ohne zu ?berlegen, zum Fahrstuhl und erst im letzten Moment hielt einer der beiden die Lampe auf den Knopf, um den Fahrstuhl zu rufen. Das Signal klimperte melodisch und der Fahrstuhl fuhr hoch zu meinem Stockwerk.

Und jetzt? Jetzt fahren sie nach oben, hebeln die Wohnungst?r aus und gehen in meine Wohnung. Und was dann?

Keine Ahnung, wonach sie suchen. Es wird keine f?nf Minuten dauern, um in der Wohnung alles umzukrempeln. In meiner modern eingerichteten Wohnung sind kaum M?bel. Dann gehen sie nach unten. Es macht keinen Unterschied, ob sie zu Fu? gehen oder mit dem Fahrstuhl fahren. Sie werden mich auf jeden Fall entdecken, die Nische ist sowohl vom Fahrstuhl als auch von der Treppe gut zu sehen. Au?erdem haben sie eine Taschenlampe.

Mit bleiben also gerade einmal f?nf Minuten? Vielleicht auch sechs oder sieben und dann kann ich mich hier begraben lassen. Soll ich auf den Hof laufen? Und wie viele sind bei den Autos? Die werden sich mit Sicherheit nicht blind und taub stellen. Tja Das ist wirklich nicht lustig.

Ich wei? nicht, welcher Affe mich biss! Anstatt mir ein zuverl?ssigeres Versteck zu suchen, lief ich die Treppen hinauf. Die Treppenabs?tze sind eher modern, keine Winkel oder Ecken. Einsicht von allen Seiten. Au?erdem sind sie beleuchtet und auch ohne Taschenlampe hell genug. Wenigstens war ich klug genug, keinen L?rm zu machen. Ich zog die Halbschuhe aus und lief auf Str?mpfen nach oben. Zweites Stockwerk, drittes Stockwerk Oben krachte und knallte es. Das war die T?r!

Das ist Hausfriedensbruch. Sie sind gesetzwidrig in Privateigentum eingedrungen. Ich rufe die Polizei.

Das war meine Alarmanlage. Selbstgebaut. Ja, diese Klingel n?tzt jetzt auch nicht viel Raubmord interessiert die Polizei heutzutage nicht.

So ein Mistst?ck, schimpft einer von oben. Ich h?tte beinahe abgezogen. Na warte!

Es kracht. Die Alarmanlage verstummt.

Schon besser!

Ich steige weiter nach oben und schaue vorsichtig um die Ecke. Die Wohnungst?r steht sperrangelweit offen, im Flur ist das Licht eingeschaltet. Das hatte ich doch ausgemacht! Durch den T?rrahmen ist niemand zu sehen, aber aus der Wohnung dringen Stimmen.

Nichts wie weg!

Ich dr?cke die Halbschuhe an die Brust und versuche, keinen L?rm zu machen. Dann ?berquere den Treppenabsatz und wende mich der Treppe zu, die nach oben f?hrt. Da verlie?en mich pl?tzlich die Kr?fte. Ich konnte mich nicht von der Stelle r?hren und lie? mich einfach auf den Boden fallen. Ich kann nicht mehr weiter nach oben laufen und bin gerade noch bis zum Treppenabsatz gekommen.

Die Stimmen sind jetzt lauter. Wahrscheinlich haben die Unholde nichts gefunden und kehren zur?ck.

H?ng f?r alle F?lle was an die T?r, sagt der Typ, der sich vor der Alarmanlage erschreckt hat.

Wozu denn? Der Hausherr liegt da unten und ist erledigt!

Wer wei? Vielleicht kommt einer seiner Freund vorbei.

Ha ha! Wenn er ?berlebt hat! Au?erdem k?nnte ein Nachbar herumschn?ffeln!

Na und? Was hat dir der Nachbarn getan?

Hm! Na gut, gibt der andere nach.

Er macht sich an der T?r zu schaffen. Unterdessen hat sich der erste eine Zigarette angesteckt. Ich rieche den Rauch.

Alles klar wie im Lehrbuch! Hier kommt keiner leben raus!

Wenn wir Gl?ck haben, k?mmern sich unsere schlauen Auftraggeber nicht um solche Kleinigkeiten.

Die T?ren des Fahrstuhls ?ffnen sich ger?uschvoll und ich bleibe allein zur?ck.

Was w?rde der Filmheld jetzt an meiner Stelle tun? Er w?rde aufspringen, im Zimmer die Granate finden, sie entsch?rfen und den miesen Typen hinterherwerfen. Solche Granatfallen sind doch nichts Besonderes, oder? Genauso gut kann man sie auch werfen, wenn die Typen den Hauseingang verlassen. Das h?tte der Held des Actionfilms sicher auch getan. Aber ich bin kein Filmheld und nicht in der Lage, die Dr?hte zu l?sen. Ich habe w?hrend meiner einj?hrigen Zeit beim Wehrdienst zweimal mit der Maschinenpistole geschossen. Granaten bekam ich keine zu Gesicht, h?chstens im Film

Deshalb sitze ich immer noch auf der Treppe. Auf dem Hof klappern die T?ren und der Motor der startenden Fahrzeuge heult auf. Dann sehe ich drau?en am Fenster den Feuerschein. Ich muss nicht aus dem Fenster sehen, um zu wissen, was passiert ist. Der Mazda von Galperin steht in Flammen. Mit dem Rauch verfl?chtigt sich die letzte Hoffnung, aus diesem Albtraum auszubrechen.

Ich wei? nicht, wie lange ich auf der Treppe sa?. Keine Wohnungst?r ?ffnete sich und im Haus was es totenstill, so als ob keiner der Bewohner mehr unter den Lebenden weilte. Wahrscheinlich sind sie alle aus der Stadt gefl?chtet. Ich kam erst zu mir, als ich gro?en Durst versp?rte. Aber ich hatte nichts dabei. Ich stehe auf, es knackt in den Knochen und die Muskeln schmerzen. Wie sitze ich schon hier?

Der Mazda brennt nicht mehr, er raucht. Der ?ble Geruch steigt aus den Fenstern auf und verteilt sich auf dem Hof. Die Leichen der Freunde sehe ich nicht. Vermutlich befanden sie sich in der Fahrerkabine. Wohin jetzt? Am G?rtel die leere Feldflasche, in der Hosentasche das Messer. Das ist alles, was ich besitze. Kein Essen, kein Wasser nichts.

Ich biege um die Ecke und gehe zum gepl?nderten Gesch?ft, in dem ich das Mineralwasser gefunden hatte. Wenigsten das!

Seltsam auf dem Weg zum Gesch?ft sehe ich kein einziges Auto und treffe keine Menschenseele. Die Stadt ist wie ausgestorben. Ich ?berquere die Stra?e und steuere auf das Gesch?ft zu. An der Hauswand entdecke ich einen frischen Kratzer und Farbe. Sieht aus, als ob hier ein Auto knapp vorbeigeschrammt ist. Da ist ja auch das Auto der Fahrer es nicht weit gekommen. Die Kugeln haben die Fenster zerfetzt und die T?r ist mit Einsch?ssen ?bers?t. Dieser Geruch Es riecht nach Blut! Die Frontscheibe ist mit roten Flecken bedeckt, das Blut ist auch an das rechte Seitenfenster gespritzt. Ich ?berwinde meinen Abscheu, laufe um das Auto herum und sehe vorsichtig hinein. Dem Fahrer ist es schlecht ergangen, seine letzte Fahrt war kurz. Der schwere Mann liegt vorn?ber auf dem Lenkrad und der Kopf ist auf die Konsole gekracht. Wie hat dieser Riese hinter das Lenkrad gepasst? Kein Wunder, dass sie ihn sofort erschossen haben. Dieser b?renstarke Kerl h?tte viel ?rger machen k?nnen. Die Taschen sind umgest?lpt. Das Handschuhfach ist aufgeklappt. Auf dem R?cksitz liegen neben den ausgeweideten Taschen, ein paar Kleidungsst?ckes sowie Schraubenschl?ssel und Schraubenzieher verstreut. Ja, der Junge hatte es offenbar eilig, aber er war nicht schnell genug. Der Kofferraum ist auch ge?ffnet. Au?er einem Ersatzrad ist er jedoch leer.

Mir wird schlecht. Ich entferne mich schnell, um mich nicht zu ?bergeben. Eigentlich kein Anlass zur Sorge, der Magen ist leer. Ich habe seit gestern nichts gegessen.

Aha, da ist das Gesch?ft. Hier ist alles beim Alten, die ausgeschlachteten Gesch?ftsr?ume interessieren hier niemanden. Auch die Mineralwasserflaschen sind unversehrt! Ich greife gierig nach der erstbesten Flasche und trinke, bis es mir wieder bessergeht. Die Flasche ist fast leer.

Leider kann ich h?chstens drei oder vier Flaschen tragen. Mein Gott, ich bin bescheuert. Im Auto hatte eine gro?e Tasche gelegen, offensichtlich ohne Blutflecken. Im Laufschritt zur?ck! Ich greife mir die Tasche und hebe au?erdem Schraubenschl?ssel, Schraubenzieher und Flachzangen vom Boden auf. Warum? Werkzeug kann man immer gebrauchen. Jetzt aber wieder ins Gesch?ft.

In der Tasche kamen sieben Flaschen Wasser, ein paar P?ckchen Zwieback und ein P?ckchen Graupen unter, nicht gerade viel. Mehr war hier auch nicht mehr aufzutreiben. Ich sehe mich um. Die Leiche riecht bereits streng. Vielleicht kommt es mir nur so vor.

Das war doch noch was? Es f?llt mir nicht ein. Ich hatte etwas gesehen und es ging mir durch den Kopf, aber mir wollte einfach nicht einfallen, was Endlich, nachdem ich das Gesch?ft l?ngst verlassen habe, geht mir ein Licht auf. Die Jacke! Ich h?tte die Jacke des toten Fahrers mitnehmen sollen. Sie hatte auf dem Boden gelegen. Blutbefleckt! So was w?rde ich nie anziehen! Ekelst du dich etwa? stichelt meine innere Stimme. Hast du vor, im Hemd in der K?lte herumzulaufen? Was f?r ein abgeh?rteter Muskelprotz!

Ich friere im Moment ?berhaupt nicht. Tags?ber klappern die Z?hne jedenfalls nicht.

Und wie war die Nacht auf der Treppe? Kein Durchzug, aber es war auch nicht besonders warm. Au?erdem hatte ich ein Dach ?ber dem Kopf, in einem Wohnhaus mit beheizten R?umen. Der R?ckweg an diesen Ort ist bereits vermint. Ich kann doch nicht einfach bei den Nachbarn anklopfen. Entschuldigen Sie, man hat gestern versucht, mich umzubringen. W?re es m?glich, dass ich eine Weile bei Ihnen einziehe? Die Antwort kann ich mir vorstellen.

Ach, ?brigens! Wohin gehe ich jetzt? Zu einem Kollegen? Um mir dort meine Kugel abzuholen? Es gibt scheinbar eine Fahndungsliste f?r uns, die sicher mehr als drei Namen enth?lt. ?brigens die Namen der Kollegen, mit denen ich zuletzt zusammengearbeitet habe. Die G?ste werden deshalb auch an anderen, mir bekannten Orten auf mich warten.

Wohin? Ich habe keine Vorstellung. Soll ich mich in einem Keller verkriechen wie ein Obdachloser? Na und, unsere Keller sind nicht die schlechteste Variante, sogar B?ror?ume werden heute in Kellern eingerichtet. Sie haben meistens Eisent?ren, aber ich bin mit Werkzeug ausger?stet. Es ist nicht weit bis zum n?chsten Kellerb?ro, das ich kenne.

Ich bin kein talentierter Einbrecher. Beim Versuch, die Eisent?r zu ?ffnen, gelang es mir lediglich, den Schmuckbeschlag vom Schl?sselloch zu rei?en. Dann stie? ich auf massives Eisen, mit dem ich nichts anzufangen wusste. Der Versuche, das Schloss mit einem zurechtgebogenen Drahtdietrich aufzuschlie?en, scheitert daran, dass ich keinen hatte. Und wie h?tte ich den Draht auch biegen sollen? Eher nicht im rechten Winkel Ich m?hte mich zwei Stunden vergeblich, dann gab ich auf, setzte mich auf die Treppenstufen und ?ffnete eine B?chse Babynahrung. Kein Grund, Witze zu machen. Ich m?chte nicht wissen, was andere in dieser Situation getan h?tten.

Das Fenster? Ist vergittert. Mist was tun? Schade, dass ich keine Brechstange habe.

Wo soll ich nach Werkzeugen suchen? Im Hafen, wo sonst? Die Gesch?fte sind alle geschlossen. Bis zum Hafen ist es weit. Ich suche lieber in der N?he. Die Baustelle! Da findet sich bestimmt eine Brechstange, au?erdem gibt es da sicher viele andere n?tzliche Dinge. Also los. Aber wohin? Ich wei? nicht, wo die n?chste Baustelle ist. Auf der Busfahrt hatte ich aber doch eine Baustelle gesehen! Bei Einbruch der Nacht k?nnte ich sie erreichen. Und dann? Was bleibt mir anderes ?brig? Gut, ich habe ja nichts zu tun. Dann gehe ich eben zur Baustelle. Die Vorr?te schleppe ich aber nicht alle mit. Kann sein, dass ich dort etwas N?tzliches auftreibe. Ich brauche Platz, um es mitzunehmen. Ich verstecke das Mineralwasser, die Feldflasche und das Paket Zwieback unter der Treppe, die in den Keller f?hrt. Von der Stra?e sind sie nicht zu sehen und Wurst, die andere Lebewesen interessieren k?nnte, ist nicht dabei. Ich nehme nur die leere Tasche und eine Flasche Mineralwasser mit. Morgen habe ich das Brecheisen und erhole mich in meiner neuen Unterkunft.


Kapitel2


Mein Ausflug zur Baustelle war kein leichter und ungetr?bter Spaziergang. Auf halbem Weg stie? ich auf eine wilde Schie?erei und ganz in der N?he zischte eine Kugel an mir vorbei. Ich h?tte nie gedacht, dass ich so schnell laufen kann! Ich versteckte mich hinter einer verlassenen Garage, bis die unsichtbaren Streith?hne ihre Auseinandersetzung beendet hatten. Es dauerte fast eine Stunde. Dann krachte eine Salve (ich glaube, es war keine Maschinenpistole) und es wurde still. Bislang war immer mit Gewehren und Pistolen geschossen worden.

Ich wartete eine weitere Stunde, ehe ich mich aus meinem Versteck wagte. Es war still, kein Schusswechsel. Wer hier gewonnen hatte, war mir gleichg?ltig. Hauptsache es fliegen keine Kugeln und ich kann weitergehen. Ich stecke den Kopf aus der Garage und sehe mich um. Niemand da. Ich laufe schnell zum n?chsten Haus hin?ber. Nach einer halben Stunde sehe ich ?ber den D?chern, den ersten Kran. Geschafft! Das ist die Baustelle. Jetzt wird es schneller gehen! Ich finde die Brechstange und andere n?tzliche Dinge und kann zur?ckkehren. Sehr wahrscheinlich habe ich heute Nacht ein Dach ?ber dem Kopf.

Ich biege um die Hausecke.

Halt!

Wer ist das denn?

Zwei M?nner in Lederjacken. Einer hat ein Jagdgewehr, bei dem anderen ist keine Waffe auszumachen.

He, was soll das?

Komm her!

Ich gehe langsam auf sie zu und versuche, Abstand zu halten. Aber ich habe keine Chance, der mit der Waffe winkt nachdr?cklich mit dem Gewehrlauf. Mach keinen Unsinn. Sie entrei?en mir die Tasche und st?lpen sie um. Der Kerl, der sie durchsucht, bolzt die herausgefallene Mineralwasserflasche ver?chtlich zur Seite.

Ist das alles? Was hast du in den Taschen?

Aber auch hier befindet sich nichts Wertvolles. Die Schraubenschl?sse interessieren die Typen nicht.

Ist das dein Ernst?! Wo ist der Kies!

Aber ich habe keinen!

Peng! Der Gewehrkolben kracht mit voller Kraft unter meinen Brustkorb.

Uh Aua!

Was soll das ich habe Ihnen nichts getan!

Du Mistkerl, wo wohnst du?

L?rchenallee 5, Wohnung 15.

Die M?nner sehen sich an.

Wo ist das?

Weit weg Was kann ein Junkie wie der schon besitzen? Eh, aufstehen!

Sie treten auf mich ein und zwingen mich, die Tasche von der Stra?e aufzuheben. Ein Schlag auf die Schulter weist mir die Richtung.

Wir liefen nicht lange, da stieg mir Rauch in die Nase. Als wir um die Ecke biegen, stehen wir vor einem langen Zaun mit Stacheldraht. Wir laufen den Zaun entlang, biegen wieder um die Ecke und gehen direkt auf das Tor zu. Es ist verschlossen. Am Tor sitzen mehrere M?nner um ein Lagerfeuer. Alle sind bewaffnet und tragen ?berwiegend Jagdgewehre.

h! Gr?? dich, Mitja! Wen hast du da angeschleppt?

Ach, nur einen Penner. Bringen wir ihn zu den anderen.

Links vom Tor steht ein kleiner Wellblechverschlag. Nachdem sie mir zuvor die Tasche abgenommen und das Schloss an der Eingangst?r ge?ffnet haben, sto?en sie mich hinein. Ich gehe ein paar Schritte und lasse mich entkr?ftet auf den Boden fallen. Mein Gott, was ist hier los?

Haben sie Sie auch gefangen?

Ich drehe mich zu der Stimme um. Auf dem Boden sitzt ein ?lterer Herr. Die Gl?ser seiner Brille sind zersprungen, ansonsten er sehr manierlich aus.

Ja Sie nahmen mir alles weg und schlugen mich mit dem Gewehrkolben. Wo sind wir hier?

Junger Mann, das ist das ehemalige Lager der Kommunalverwaltung von Tarkow. Die Leute, die dort auf der Stra?e sitzen, sind gew?hnliche Banditen. Genauer Einwohner, die jetzt Banditen sind.

Aber sie sind bewaffnet!

Nicht alle haben eine Waffe. Bis jetzt. Sie werden sich schnell bewaffnen. Wohnungen pl?ndern und alles Wertvolle wegschleppen. Dabei finden sie dann auch die Waffen.

Und was habe ich damit zu tun?

Das erkl?rte mir mein Nachbar wie folgt. Er und seine unfreiwilligen Freunde werden schon den dritten Tag hier festgehalten. Als die mysteri?sen Ereignisse begannen, hatte er (sein Name ist Pawel) auf die offizielle Evakuierung gewartet, denn seiner Meinung nach, w?ren die Beh?rden verpflichtet gewesen, alles zu tun, um die Stadtbewohner zu retten. Vergeblich, die Angestellten der Stadtverwaltung und die Beamten waren gleich auf und davon und ?berlie?en die Stadt ihrem Schicksal. Er wusste nicht, was dann geschehen war, denn als er zum B?cker lief, fingen ihn Mitjas Kumpanen und er wurde in diese Baracke gesteckt. Seitdem jagten sie die Gefangenen zum Pl?ndern durch die nahe gelegenen H?user. Heute fr?h hatte Pawel Pech und der Rammbalken fiel ihm auf den Fu?. Nur mit M?he erreichte er die Baracke und lag jetzt hier, um sich auszuruhen.

Und was passiert dann mit ihnen? Gibt es hier wenigstens Essen?

Gestern teilten sie Fischkonserven aus. Wasser ist dort, die Toilette hat einen Wasserhahn. Ich vermute Sie wurden gefangen, um den Verletzten zu ersetzen. Mich k?nnen sie nicht mehr gebrauchen. Ich kann ja kaum gehen! Hoffentlich lassen sie mich frei

Toll! Das hat er sich fein ausgedacht. Sie lassen ihn frei! Und was wird aus mir? Ich werde f?r diese schuften. Dieser Gedanke macht mir Angst. Mein Nachbar sch?ttelt mit dem Kopf. Seiner Meinung nach, ist alles halb so schlimm. Fr?her oder sp?ter sind die Wohnungen abgegrast. Dann brauchen sie die Gefangenen nicht mehr, die sie durchf?ttern m?ssen.

Sie werden auch Sie wieder laufen lassen. Sie werden sehen! Eine Woche oder etwas l?nger Au?erdem werden dann die Beamten und Polizisten auf jeden Fall wieder hier sein! Sie k?nnen die Stadt doch nicht einfach den Banditen ?berlassen. Die Banditen da drau?en werden sich verantworten m?ssen warum sich zus?tzlich Probleme aufladen?

Ich kann seinem Optimismus nichts abgewinnen, obwohl er nicht v?llig unbegr?ndet ist. Na gut, wie war das mit dem Wasser?

Ich trinke Wasser und wasche mir das Gesicht. Dann sehe ich mich in der Baracke um. Nichts, was uns weiterhelfen k?nnten und die zwei T?ren, die zu anderen R?umen f?hren, sind nicht nur abgeschlossen, sondern auch mit Brettern zugenagelt. Ich habe genug gesehen und setze mich auf die Matratze, die an der Wand liegt. Ich war eingeschlafen und wurde mit Fu?tritten geweckt. Meine G?te, wird das jetzt zur Tradition?

Was willst du!

Du hast es dir auf meiner Matratze bequem gemacht!

Ein schmaler, zotteliger Bursche schaut b?se auf mich herunter.

Such dir eine andere Matratze! Da liegen noch mehr!

Verpiss dich!

Die anderen Bewohner der Baracke sehen aus der Ferne zu. Die langweilen sich wohl? Der h?tte eine auf die Fresse verdient. Oder vielleicht ist Pawel die Ramme nicht zuf?llig auf die F??e gefallen? Er hatte es angedeutet. Jetzt blo? keine Pr?gelei vom Zaun brechen.





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